Die Alte Landstrasse zeichnet in ihrem Verlauf einen ehemals wichtigen Verkehrsweg nach, welcher die Genferseeregion über den Simplonpass mit Italien verband. Mit dem Bau der Kantonsstrasse in den 1970er Jahren hat die Bedeutung der Strasse für den Durchgangsverkehr abgenommen; heute hat sie nur noch die Funktion einer Sammelstrasse zur Erschliessung des Ortes Gamsen. Die Sanierung der Alten Landstrasse bietet die Chance das Dorf Gamsen mit seiner reichen Geschichte von einer Durchfahrtsstrasse in einen öffentlichen Freiraum für Alle zu transformieren. Die neue Gestaltung der Alten Landstrasse rückt das historische Erbe von Gamsen in den Mittelpunkt. Die historische Struktur wird aufgewertet, ehemals wichtige Dorfteile werden in Szene gesetzt und für zukünftige städtebauliche Entwicklungen vorbereitet. Die Alte Landstrasse soll in Zukunft mehr sein als ein Verkehrskorridor.
Zwischen den Dorfeingängen im Osten und Westen wird das Temporegime von Innerorts (50 km/h) dem Wohnumfeld angepasst und auf Zone Tempo 30 reduziert. Die Funktion der Strasse wird erweitert und vielfältige, sichere Mobilitätsformen für zu Fuss Gehende, Velos und den motorisierten Individualverkehr ermöglicht. Die Strasse verbindet die beiden historischen Dorfkerne entlang der Alten Landstrasse und schafft den Zugang zum Oberdorf. Die beiden Dorfkerne, welche durch historische Gebäude-Ensembles geprägt sind, werden als Begegnungszone entwickelt. Diese gepflästerten Platzflächen markieren und unterstreichen den Charakter der historisch gewachsenen Quartierstrasse. Die historischen Gebäude werden durch einen dem Gebäude zugehörigen, annektierbaren Vorbereich ausgezeichnet. Das Dorf Gamsen wird revitalisiert, neue Begegnungsräume und Orte des Verweilens werden geschaffen. Ein zusammenhängender, sicherer und lebenswerter Raum entsteht, der sowohl Mobilität als auch Aufenthalt gleichberechtigt zulässt.
