Die Gartenanlage für das Wiesengut Phöben wurde 1925 nach einem Entwurf des Architekten Wilhelm Büning (Berlin) für den niederländischen Komponisten Bouke Annes Visser errichtet. Die bestehenden Gebäude und die Gesamtanlage wurden bis etwa 1994 genutzt und verfielen anschließend bis 2018 sukzessive und verwilderten.
Die denkmalgeschützte Gutsanlage Wiesengut Phöben liegt nördlich von Werder im Ortsteil Phöben direkt an der Havel und wurde von 2018 bis 2022 zu einer Wohnanlage mit rund 30 Einheiten umgenutzt und wiederbelebt.
Das Freiflächenkonzept für das Denkmalensemble hatte zum Ziel, das Gelände für die neuen Eigentümer wieder erlebbar und nutzbar zu machen, das Gartendenkmal zu erhalten und in eine nachhaltige, klimaangepasste Zukunft zu überführen.
Die einzelnen Wohneinheiten werden über gemeinschaftlich genutzte Innenhöfe erschlossen. Der ruderal- landwirtschaftliche und verwilderte Charakter der Hofbereiche bleibt erhalten. Einzelne Solitärbäume gliedern die Hofflächen, die als offene, von allen Bewohnern nutzbare Bereiche konzipiert sind.
Die Pflasterflächen wurden größtenteils erhalten oder – wo für Feuerwehrzufahrten und Bewegungsflächen erforderlich – mit Altmaterial ergänzt. Jeder Wohneinheit wurde ein eigener Hausgarten zugeordnet; diese sind von den Hofflächen abgewandt und bieten somit Privatsphäre.
Der südöstlich der Gutsanlage gelegene, naturnahe Wald am Ufer der Havel wurde bewahrt und wird gemeinschaftlich genutzt. Die von Süden auf das Gutsgelände zulaufende, denkmalgeschützte Lindenallee wurde wiederhergestellt, indem nicht denkmalrelevante Bäume entfernt und durch artgleiche Neupflanzungen ersetzt wurden. Der vorhandene Weg blieb in seiner Struktur als einfacher, unbefestigter Waldweg erhalten.
Der historische Gutspark wurde denkmalgerecht in seiner Grundstruktur wiederhergestellt und in einer bewusst ruderale, landschaftlich geprägten Gestaltung als Abfolge privater Gärten weiterentwickelt.
Im Gutspark wurden Pflanzbeete und Gestaltungselemente neu interpretiert. Fragmentarisch erhaltene Gartenmauern entstanden als Trockensteinmauern neu. Die Terrasse ist als geschnittene Wiese angelegt und wird im Norden von einem Staudenbeet begrenzt. Strauchrosen und immergrüne Sträucher dienen als Abgrenzung zu Nachbarflächen. Unterhalb der Mauer liegt eine Blumenwiese mit Frühblühern, durch die ein gerader Weg zur Brücke führt, begleitet von einem Staudenband.Weitere, geschwungene Wiesenwege entstehen durch Mahd und verändern sich mit der Zeit. Die frühere Sommerflorrabatte wurde als einseitiges Staudenband neu interpretiert.
Der Rosengarten ist durch gestaffelte Trockensteinmauern gegliedert, wodurch Terrassen mit unterschiedlichen Pflanzungen entstehen. Private Terrassen am Küchenflügel und Bootshaus sind weich abgegrenzt und rahmen eine zentrale Wiesenfläche. Vorhandene Pflanzen und Materialien wurden in die Gestaltung integriert.
