Die Burg Klopp wird als „Stadtmitte im Grünen“ neu interpretiert: als identitätsstarker Freiraum, der Geschichte, Stadtleben und Natur verbindet. Leitidee ist es, die vorhandenen Qualitäten zu stärken und den Burgberg als klar lesbare Abfolge räumlicher „Schichten“ weiterzuentwickeln. Aus Topografie, Nutzung und Vegetation entstehen differenzierte Teilräume: Burgplateau und Burghof als repräsentatives Zentrum, das Burgumfeld als Rundweg, der kühle Burggraben, Nord- und Südhang mit Spiel-, Wiesen- und Weinbergsbereichen sowie der Friedrich-Ebert-Platz als neues Entrée. So wird der Burgberg aus allen Richtungen erschlossen und selbstverständlich in die Innenstadt eingebunden. Kern des Entwurfs ist ein durchgehendes, barrierearmes Wegesystem. Es reduziert Zugangsbarrieren, verbessert Orientierung und inszeniert den Aufstieg als Abfolge von Schwellen, Blickfenstern und Ruheorten mit Ausblicken auf Rhein und Nahe.
Der Südhang wird als kulturlandschaftlicher Weinberg revitalisiert und als identitätsstiftende Terrasse erlebbar gemacht. Trockenmauern aus heimischem Schiefer prägen neue Aussichtspunkte; sie sind langlebig und zugleich ökologisch wirksam, da Fugen und Nischen Lebensräume für Insekten und Reptilien bieten. Zwischen den Rebzeilen fördern artenreiche Blühwiesen Bestäuber und stabilisieren das ökologische Gleichgewicht. Am Nordhang ergänzen Blühflächen und locker gesetzte Obstbäume das Mosaik aus Wiesen, Schatteninseln und Spielbereichen. Materialität und Regenwassermanagement folgen dem Prinzip der Robustheit und Nachhaltigkeit: wasserdurchlässige Oberflächen, Entsiegelung und maximale Versickerung stärken Mikroklima und Vegetation, entlasten die Infrastruktur und verbessern die Klimaresilienz.
Die Vegetationskonzeption reagiert differenziert auf Mikroklima und Exposition: Farne und schattenverträgliche Stauden im feuchten Burggraben, robuste Wiesenbilder am Nordhang, trockenheitsverträgliche Arten im südexponierten Weinberg. So entsteht ein kleinteiliges, vielfältiges Habitatmosaik. Biodiversität ist kein Zusatz, sondern integraler Bestandteil der Gestaltung, sichtbar, erlebbar und funktional wirksam.
